27.05.2022
ArbeitsweltUnter uns
Anna Kandler

Feedback: Chance oder Zeitverschwendung?

Feedback ist ein Thema, das uns alle betrifft. Warum kommen wir mit Arbeitskolleg*innen, bei Familienfeiern oder im Freundes- und Bekanntenkreis immer wieder zu dem Punkt, dass sich zwar jede*r Feedback wünscht, aber kaum eine*r hier mit der Führungskraft im engen Austausch steht? Das könnte daran liegen, dass man für eine angemessene Rückmeldung einen Moment innehalten und sich die Zeit dafür einräumen muss. Angesichts der Fülle an (operativen) Aufgaben, die auch auf dem Stapel von Führungskräften liegen, fällt das Feedback schnell mal unter den Tisch.

Warum es sich unbedingt lohnt, diese Zeit zu investieren, wollen wir hier näher beleuchten.

Feedback ist ein kleines Instrument mit großer Wirkung

Konstruktives Feedback ist wichtig für die Teamentwicklung (Julia Essl Photographie)

Wer gibt Feedback zu welchen Themen?

Feedback muss nicht nur von der Führungskraft „Top-Down“ erfolgen. In einer offenen Unternehmenskultur können auch Mitarbeitende ihren Vorgesetzen gegenüber Feedbackgeber*innen sein. Ebenso ist denkbar, dass Mitarbeitende untereinander im Austausch sind. Inhaltlich können verschiedene Bereiche wie Arbeitsergebnisse, Verhalten oder auch die Kommunikation thematisiert werden. Positives Feedback ist sicher immer willkommen, jedoch sollten auch die negativen Aspekte besprochen werden. Kritik muss allerdings immer mit Respekt vermittelt werden und sollte konstruktiv formuliert sein.

Ziele von Feedback

Durch regelmäßige Rückmeldungen lassen sich Missverständnisse ausräumen, das Verhalten des Gegenübers spiegeln sowie die Motivation und damit die Leistung insgesamt erhöhen. Man fühlt sich wahrgenommen, wertgeschätzt und geachtet. In einem konstruktiven Gespräch lässt sich die Selbstwahrnehmung mit der Fremdwahrnehmung abgleichen, so dass im Idealfall daraus gezielt Veränderungen abgeleitet werden können, um die eigene Performance zu verbessern.

Wird im Unternehmen eine offene Feedbackkultur gelebt, kann damit Konflikten und Missverständnissen vorgebeugt werden. Es verbessert sich hierdurch nicht nur die Kommunikation an sich, auch ungesteuerter und manchmal destruktiver Flurfunk verliert an Bedeutung.

Feedback und Employer Branding

Durch qualitatives Feedback wird eine transparente Unternehmenskultur geschaffen. Transparenz wiederum vermittelt Wertschätzung und fördert das Vertrauen. Das Unternehmensklima lässt sich so auf einfache Weise verbessern. Das Rückmeldungsgespräch unterstützt somit das Employer Branding, da sich die Mitarbeiter*innen mit dem Unternehmen stärker identifizieren können.

Fazit

Feedback: Ein kleines Instrument mit großer Wirkung! Schon mit wenig Aufwand lässt sich viel erreichen, denn schon kurze Feedbackrunden von 15 Minuten werden das Miteinander spürbar verbessern.

Aus eigener Erfahrung können wir dem nur zustimmen. Allerdings schaffen wir es selten in einer Viertelstunde. Es kann auch mal ein ganzer Workshop daraus werden. Ein intensiver Austausch sorgt nicht nur für gute Stimmung, sondern hat insgesamt eine positive Wirkung auf die Teamentwicklung.

 

 

 

 

 

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